{Upcycling-Profis} auf vier Beinen

Wie Schweine Teil einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sein können
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{Upcycling-Profis} auf vier Beinen
Schweine sind die heimlichen Helden der Resteverwertung. Ob Biertreber aus der Brauerei, Pressreste aus der Olivenöl-Herstellung oder übrig gebliebenes Fruchtfleisch vom Saftmachen: Was für uns Menschen ungenießbar ist, verwandelt das Schwein in hochwertiges Protein. Statt im Abfall zu landen, werden diese Nebenprodukte im Schweinetrog zur wertvollen Ressource. Wissenschaftliche Modellierungen deuten darauf hin, dass in altbackenem Brot, Pasta-Resten oder sogar Bruchkeksen ein riesiges Potenzial für eine nachhaltigere Ernährung der Zukunft steckt.

Vom Nebenprodukt zum Nährwert

Schweine können eine Vielzahl von Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung oder angrenzenden Industrien verwerten und so Nährstoffkreisläufe schließen. Was für uns nach Rest klingt, wird im Schweinetrog zur Ressource. Modellierungen und Szenarienstudien von Wissenschaftlern deuten darauf hin, dass eine stärkere Nutzung solcher Futtermittel helfen kann, den Druck zu verringern, wertvolles Ackerland und Ressourcen zwischen der Produktion von Tierfutter und menschlichen Lebensmitteln aufzuteilen. Gesundheit und Verhalten der Tiere bleiben dabei laut diesen Studien vergleichbar mit anders gefütterten Schweinen. Das Ganze ist alles andere als eine Notlösung, sondern ein durchdachtes Konzept.

Wenn Schweine verstärkt das fressen, was Menschen nicht essen können oder wollen, sinkt der Bedarf an Ackerfläche und Wasser. Wie stark, hängt vom jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb ab. Aber das Prinzip funktioniert und auch die deutsche Landwirtschaft nutzt diese Synergien bereits.

Aktuelle Forschungen untersuchen dabei wie dieser Anteil erhöht werden kann. Ergebnisse zeigen, dass das Ersetzen von „food‑kompetitiven“ Futtermitteln, also Getreide, Soja oder pflanzliche Öle durch Nebenprodukte und Reststoffe die weltweite Kalorienversorgung um bis zu 13 % und Proteinversorgung um 15 % steigern kann. Das ist wichtig, denn der weltweite Nährstoffbedarf steigt und das Schwein kann dabei ein erstaunlich cleverer Teil der Lösung sein.

Kreislaufwirtschaft

Du willst es ganz genau wissen?

Forschungs- und Innovationsprojekt: Nebenprodukte der Lebensmittelbe- und -verarbeitung in der Nutztierernährung

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Nebenprodukte: Gut fürs Klima und fürs Portemonnaie?

Zijlstra, R., & Beltranena, E. (2013). Swine convert co-products from food and biofuel industries into animal protein for food. Animal Frontiers, 3,
48-53. https://doi.org/10.2527/af.2013-0014.

Pomar, C., Andretta, I., & Remus, A. (2021). Feeding Strategies to Reduce Nutrient Losses and Improve the Sustainability of Growing Pigs. Frontiers
in Veterinary Science, 8. https://doi.org/10.3389/fvets.2021.742220.

Pinotti, L., Luciano, A., Ottoboni, M., Manoni, M., Ferrari, L., Marchis, D., & Tretola, M. (2021). Recycling food leftovers in feed as opportunity to
increase the sustainability of livestock production. Journal of Cleaner Production. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2021.126290.

Melas, L., Batsioula, M., Malamakis, A., Patsios, S., Geroliolios, D., Alexandropoulos, E., Skoutida, S., Karkanias, C., Dedousi, A., Kritsa, M., Sossidou,
E., & Banias, G. (2023). Circular Bioeconomy Practices in the Greek Pig Sector: The Environmental Performance of Bakery Meal as Pig Feed
Ingredient. Sustainability. https://doi.org/10.3390/su151511688.

Sandström, V., Chrysafi, A., Lamminen, M., Troell, M., Jalava, M., Piipponen, J., Siebert, S., Van Hal, O., Virkki, V., & Kummu, M. (2022). Food system
by-products upcycled in livestock and aquaculture feeds can increase global food supply. Nature Food, 3, 729 - 740. https://doi.org/10.1038/s43016-022-00589-6.


Hinweis:

Als Initiative Fleisch ist es unser Anliegen, fundiertes Wissen rund um Fleisch transparent und differenziert darzustellen. Die hier dargestellten Studienergebnisse dienen der Einordnung und Information. Sie erlauben keine pauschalen Aussagen über einzelne Lebensmittel oder deren direkte gesundheitliche Wirkung. Unser Ziel ist es eine sachliche, ausgewogene und faktenbasierte Auseinandersetzung zum Thema Fleisch zu ermöglichen.

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