Kurze Wege, volle Tröge: die stille Stärke der deutschen Tierhaltung
Beim Rind bilden Gras, Heu und Mais die Basis, alles Pflanzen, die auf deutschen Feldern und Wiesen wachsen. Beim Schwein sind es vor allem Getreide, Hülsenfrüchte und Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung. Was beide gemeinsam haben: Fast 95 Prozent dieser Rohstoffe stammen aus heimischem Anbau und vieles davon bliebe ohne die Tiere ungenutzt. Rinder und Schweine funktionieren hier wie natürliche Veredler. Sie fressen, was wir nicht verwerten können: Getreide das nicht zum Brotbacken taugt, Zwischenfrüchte die nebenbei die Bodenfruchtbarkeit verbessern, Nebenprodukte wie Biertreber oder Zuckerrübenschnitzel. Wie Schweine darüber hinaus ganze Nährstoffkreisläufe schließen können? Das zeigen wir hier https://initiative-fleisch.de/wws/upcycling-profis/
Ein kleiner Anteil des Futters muss importiert werden. Vor allem bei der Eiweißversorgung ist das der Fall, darunter fällt auch Soja. Die Fleischbranche und die Forschung arbeiten zusammen mit deutschen Landwirten daran, diesen Anteil durch heimische Alternativen wie Raps oder Sonnenblumen weiter zu reduzieren. Beim Soja selbst tut sich ebenfalls etwas: Rund die Hälfte der deutschen Importe gilt heute bereits als nachweislich entwaldungsfrei. Die Tendenz ist steigend.
Du willst selbst beim Fleischeinkauf mehr auf Regionalität achten?
Drei Dinge, die beim nächsten Einkauf helfen:
- Siegel „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ steht für vollständig in Deutschland erzeugtes Fleisch.
- Das Regionalfenster zeigt Herkunft und Verarbeitungsort transparent auf der Verpackung.
- An der Frischetheke oder beim Metzger muss seit 2024 auf Nachfrage angegeben werden, wo das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. Einfach mal nachfragen.
Wer noch tiefer einsteigen will: Die Qualitätssiegel der Bundesländer – erkennbar an „Geprüfte Qualität + Bundeslandname“ – setzen nochmals strengere Maßstäbe.
Regionalität beim Fleisch beginnt nicht im Stall sie beginnt an der Theke. Wer beim nächsten Einkauf einmal nachfragt, wo das Fleisch herkommt, oder auf Regionalsiegel achtet, tut mehr als er denkt: Er stärkt kurze Wege, lokale Betriebe und eine Landwirtschaft, die schon längst lokaler denkt als viele von uns.