Das {Klimapotenzial}, das im Stall schlummert

Wie smarte Tierzucht Rindfleisch nachhaltiger macht
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Das {Klimapotenzial}, das im Stall schlummert
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Das {Klimapotenzial}, das im Stall schlummert
Wenn es um Klimaschutz in der Landwirtschaft geht, dreht sich die Debatte oft um Reduktion und Einschränkungen. Dabei gibt es einen Ansatz, der in der öffentlichen Diskussion kaum vorkommt: die gezielte Zucht klimafreundlicherer Tiere. Kein Verzicht, keine neuen Verbote, sondern Wissenschaft im Stall. Die FAO (die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) sieht darin sogar den wirksamsten einzelnen Hebel zur Emissionsreduktion in der gesamten Tierhaltung.

Wie Kühe weniger Methan produzieren können


Rinder produzieren bei der Verdauung Methan, ein Treibhausgas, das kurzfristig deutlich stärker wirkt als CO2. Methan macht dabei mehr als die Hälfte aller Emissionen im Nutztiersektor aus. Die Methan-Reduktion es ist damit der zentrale Hebel, an dem
Verbesserungen am meisten bewirken. Was kaum bekannt ist: Wie viel Methan ein Tier produziert, ist zu einem erheblichen Teil genetisch bedingt. Und das bedeutet: Es lässt sich züchterisch beeinflussen.

Forschende arbeiten daran, Tiere gezielt auf eine geringere Methanproduktion zu selektieren. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat diese Entwicklung ausgewertet und kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Durch gezielte genetische Selektion lässt sich die Methanproduktion im Rindermagen um bis zu 25
Prozent senken, bei gleicher Futteraufnahme und gleicher Leistung, unter optimalen Bedingungen laut FAO-Modellierung über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Effizienz schlägt Verzicht

Die Zucht ist dabei nur ein Teil eines größeren Bildes. Laut FAO ist die Verbesserung der Produktionseffizienz insgesamt der wirksamste einzelne Hebel zur Emissionsreduktion in der Tierhaltung mit einem Einsparpotenzial von fast 1,8 Gigatonnen CO2-Äquivalenten weltweit. Gesündere Tiere, bessere Futterverwertung, geringere Sterblichkeit – all das senkt den ökologischen Fußabdruck pro Kilogramm erzeugtem Lebensmittel.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft fördert solche Ansätze bereits: 41 Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten aktuell an nachhaltigen Zuchtstrategien für Rinder, Schweine und andere Nutztiere – mit modernsten Methoden aus Molekulargenetik, Bioinformatik und künstlicher Intelligenz.

Was das bedeutet

Klimaschutz in der Tierhaltung ist kein Entweder-oder. Wer glaubt dass nur Verzicht der Weg ist, übersieht, dass smarte Landwirtschaft selbst ein Teil der Lösung sein kann. Ein Rind, das 25 Prozent weniger Methan produziert, ist nicht weniger Rind. Es ist ein besseres Argument für eine Tierhaltung mit Zukunft.

Stand:

Du willst es ganz genau wissen?

FAO Papier Pathways towards lower emissions A global assessment of the greenhouse gas emissions and mitigation options from livestock agrifood systems https://openknowledge.fao.org/server/api/core/bitstreams/a06a30d3-6e9d-4e9c-b4b7-29a6cc307208/content

Innovationsförderung des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft: Nachhaltige und zukunftsfähige Zuchtstrategien https://www.nutztierhaltung.de/nachrichten/details/innovationsfoerderung-nachhaltige-und-zukunftsfaehige-zuchtstrategien/ 

BMELH Projekt: Zukunftsfähige Nutztierhaltung
https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Themen-ptble/Nutztierhaltung/nutztierhaltung_node.html

Hinweis:

Als Initiative Fleisch ist es unser Anliegen, fundiertes Wissen rund um Fleisch transparent und differenziert darzustellen. Die hier dargestellten Studienergebnisse dienen der Einordnung und Information. Sie erlauben keine pauschalen Aussagen über einzelne Lebensmittel oder deren direkte gesundheitliche Wirkung. Unser Ziel ist es eine sachliche, ausgewogene und faktenbasierte Auseinandersetzung zum Thema Fleisch zu ermöglichen.

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